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Stand: 05.10.2015

Pressemitteilung

“Der ist ab wie eine Rakete“

Mitarbeiter und Kunden des Caritas-Zentrums Neustadt erlaufen 1500 Euro für die Flutopfer im Ahrtal

Die Migrationsberatung für Erwachsene Zuwanderer des Caritas-Zentrums Neustadt/Außenstelle Bad Dürkheim hat mit einem großen Team am Bad Dürkheimer Salinenlauf teilgenommen und so 1540 Euro für Opfer der Flutkatastrophe im Ahrtal gespendet. Es war eine spontane Idee, doch sie hat weite Kreise gezogen. Als Fachberater Roman Kammer bei einem Treffen des Asylteams im Mehrgenerationenhaus vom bevorstehenden Salinenlauf erfuhr, beschloss er, ein Caritas-Team mit ins Rennen zu schicken, denn die Idee des Benefizlaufes hat ihm gut gefallen. 

Seit 2015 organisieren die Lebenshilfe, das Mehrgenerationenhaus, das evangelische Krankenhaus und der Freundeskreis Omega und die Rheinpfalz einen Benefizlauf rund um die Saline in Bad Dürkheim. Das Prinzip ist ganz einfach: die Läufer zahlen fünf Euro Startgeld und suchen im Idealfall noch Sponsoren, die pro gelaufene Runde oder pauschal einen selbst festgelegten Betrag beisteuern. Startgeld und Sponsorengelder spenden die Veranstalter für einen guten Zweck. In diesem Jahr wird damit der Wiederaufbau des bei der Flutkatastrophe an der Ahr zerstörten Mehrgenerationenhauses in Bad Neuenahr-Ahrweiler und des Lebenshilfe-Hauses in Sinzig unterstützt. 

Mitarbeiter und Kunden des Caritas-Zentrums Neustadt erlaufen 1500 Euro für die Flutopfer im AhrtalDie Läufer bereiten sich auf den Start vor: Am Ende kamen 1540 Euro für die Flutopfer im Ahrtal zusammen.

Pandemiebedingt konnten die Teilnehmer im Zeitraum vom 1. bis 25. September den Zeitpunkt ihres Laufes selbst bestimmen. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, bei der Abschlussveranstaltung am 25. September noch Runden um das Gradierwerk zu drehen.
Die Caritas-Läufer gingen am 21. September an den Start. Dass letztendlich 38 Frauen, Männer und Kinder aus zehn verschiedenen Ländern mitmachen würden, hat Roman Kammer doch überrascht. "Wir hatten ja nicht viel Zeit, das zu organisieren. Ich dachte am Anfang, ich mache mit und unser Bufdi Abdul Hameed Aref mit seiner Familie. Hauptsache, wir sind dabei", sagt Kammer. Er erzählte auch seinen Kollegen und den Klienten in den Beratungsgesprächen von dem Lauf, die wiederum haben es Freunden erzählt. So wuchs die Teilnehmerzahl immer mehr an. Der Älteste war 65, der Jüngste saß mit fast zwei Jahren noch im Kinderwagen und wurde von der Mama geschoben. 

Viele der Teilnehmer haben in den letzten Jahren ihre Heimat verlassen müssen und versuchen hier in Deutschland Fuß zu fassen, unterstützt vom Fachbereich Migration und Integration der Caritas. Kammer ist beeindruckt, dass diese Menschen, die selbst viele Sorgen haben, auch um ihre Freunde und Angehörigen in der Heimat, nun an einem Benefizlauf für die Flutopfer im Ahrtal teilnehmen. "Ich glaube, es hat ihnen gutgetan, auf diese Weise etwas zurückgeben zu können für die Hilfe, die sie hier in Deutschland erfahren haben", sagt Kammer. Menschen, die hier politisch und oft auch gesellschaftlich am Rand stünden, seien plötzlich sichtbar in der Mitte. Schön sei es auch gewesen, sich einmal losgelöst von den Themen, die die Geflüchteten zur Caritas-Beratung bringen, treffen zu können. So habe man auch ganz andere Seiten voneinander kennengelernt, sagt Kammer und erzählt von Maguen aus dem Süd-Sudan. "Der ist ab wie eine Rakete. Er ist zehn Runden, also sieben Kilometer, um die Saline gerannt". Damit war er zusammen mit Johannes Keuck, dem Leiter des Caritas-Zentrums Neustadt, und Julian Roßkopf, Schuldnerberater im Caritas-Zentrum Spitzenreiter. Insgesamt hat das Team der Caritas 130 Runden gedreht.

Die Startgebühr für die Läufer übernahm die Caritas. Ilona Hocker-Meinzer, Vorsitzende des Migrationsbeirates der Stadt Bad Dürkheim hat Sponsoren geworben. "Sie war sehr hartnäckig. Manche haben sich gleich bereit erklärt, bei anderen war sie mehrfach persönlich und hat eindringlich um Spenden gebeten", erzählt Kammer. Sehr berührt hat ihn, dass viele seiner Kunden zusätzlich noch selbst spenden wollten. "Wer weiß, wie eng das Geld vom Jobcenter bemessen ist, weiß, was es für die Menschen bedeutet, davon auch noch etwas zu spenden." So sind letztlich 1540 Euro zusammengekommen. 

Text und Foto: Christine Kraus für den Caritasverband für die Diözese Speyer / Roman Kammer

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