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Stand: 05.10.2015

Pressemitteilung

„Menschen helfen, wenn sie Hilfe benötigen“

Besucher der Elisabethenfeier freuen sich über leckeres EssenLeckeres Essen wurde von den Lichtblick-Mitarbeitern aufgetischt für die Besucher der Elisabethenfeier. Marion Linzmeier-Mehn/Caritasverband für die Diözese Speyer

Am Donnerstag gab es einen besonderen Gaumenschmaus beim Lichtblick, der Tagesbegegnungsstätte für Obdachlose und sozial benachteiligte Menschen aus Neustadt und Umgebung. Diesmal unterstützte das Caritas-Zentrum Neustadt das Lichtblick-Team anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Caritasverband der Diözese Speyer.

Vor hundert Jahren wurde der Caritasverband der Diözese Speyer in Neustadt gegründet und im Zuge dessen auch die Grundlagen für das Caritas-Zentrum Neustadt geschaffen. Leider wurden die Pläne des Caritas-Zentrums Neustadt , das Jubiläum mit mehreren Events und Feiern des Gesamtverbandes in 2020 angemessen zu feiern, durch die Corona-Pandemie zunichte gemacht. Ebenso fielen auch Mitarbeiterevents wie Konzert, Schifffahrt auf dem Rhein, eine Wanderung in Neustadt oder ein "Relax-Café" aus, wie Zentrums-Leiter Johannes Keuck berichtet.

Keuck ist seit 2018 für das Neustadter Zentrum mit 25 hauptamtlichen und 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern verantwortlich. Viele Kunden stehen im Register bei den verschiedenen Beratungsangeboten. Geplant war, am Tag der Heiligen Elisabeth, am 19. November, diese einzuladen und von Persönlichkeiten aus Politik und Kirche bewirten zu lassen. Mit 200 bis 300 Personen hätte Keuck dann kalkuliert. Zu viel unter Corona-Bedingungen.

Doch die Lösung war schnell gefunden. Gemeinsam mit den Lichtblick-Mitarbeitern wurden die Besucher im Casimirianum mit einem Frühstück und zum Mittagessen mit Sauerbraten verwöhnt. Ein verführerischer Duft zog durch das gesamte "Casi". 20 Kilogramm Fleisch, Spätzle und Salat sponserte das Neustadter Caritas-Zentrum. Keuck betonte: "Jetzt sind wir froh, über die Zusammenarbeit mit dem Lichtblick eine Möglichkeit zu haben, um uns heute den Menschen am Rande der Gesellschaft zuzuwenden." Schließlich helfen die Mitarbeiter der Caritas-Neustadt vielen Personen in schwierigen Lebenslagen, sei es bei der Schuldnerberatung oder anderen Lebenskrisen.

Bei der Elisabethenfeier helfen die Mitarbeiter vom Lichtblick, der Neustadter Tagesbegegnungsstätte für Obdachlose.Im Einsatz für die Besucher am Elisabethentag: haupt und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Caritas-Zentrums Neustadt. Marion Linzmeier-Mehn/Caritasverband für die Diözese Speyer

Innerhalb von zwei Tagen hatte Robin Rothe, der neue Leiter des Lichtblicks, der momentan mit Hans Eber-Huber eine "Doppelspitze" bildet, Anfang November die Voraussetzungen geschaffen, dass trotz Corona-Verfügungen und Lockdown das normale Angebot weitergeführt werden konnte. In den Räumen des Casimirianums war genügend Platz, um die verschärften Regeln umzusetzen.  "Wir machen ein Angebot der Daseinsvorsorge, das kann einfach nicht geschlossen werden", berichtet Huber.

Die  Nachfrage nach Frühstück und Mittagessen mit durchschnittlich 30 bis 40 Gästen täglich bestätigt den hohen Bedarf. Am gestrigen Elisabethentag entfällt sogar der Kostenbeitrag von 2 Euro pro Mahlzeit, weil diesmal die Caritas die Versorgung übernimmt. Auch diesmal kamen rund 40 Personen. Zubereitet hatte den Sauerbraten "Speedy" Sigrid Hackbarth, die etatmäßige Köchin des Lichtblicks, unterstützt von den Caritas-Mitarbeitern und dem Lichtblick-Team. An allen Tischen sahen die Helfer in zufriedene Gesichter.

Zentrums-Leiter Johannes Keuck (Mitte) bei der Essensausgabe mit einem Mitarbeiter vom Lichtblick. Geben zusammen das Essen für die Besucher aus: Zentrums-Leiter Johannes Keuck (zweiter von rechts) und ein ehrenamtlicher Mitarbeiter vom Lichtblick. Marion Linzmeier-Mehn/Caritasverband für die Diözese Speyer

"Heute schmeckt es besonders gut", lobte ein Mann. Der 81-Jährige war zufällig vorbei gekommen. Er schätzt die Geselligkeit und Gemeinschaft, meint er. Ein Ehepaar wollte mal "aus seinen vier Wänden" herauskommen: "Wegen Corona kann man nirgendwo hingehen. Das Essen ist immer gut und abwechslungsreich."

Aus Neidenfels ist  Volker Gutfrucht gekommen. Er ist mit seiner Lebenspartnerin dreimal in der Woche zu Gast. "Endlich einmal rausgehen, und hier etwas Abwechslung finden", freuen sich beide über die Einladung. Die Fenster sind zwar wegen der Lüftung weit geöffnet, die meisten Besucher tragen ihre Winterjacken im Speisesaal. Doch auch das Ehepaar Schüpferling aus Lambrecht schätzt die Tischgemeinschaft "und das gute Essen." Der alleinstehende Senior am nächsten Tisch schiebt satt den leeren Teller von sich. "Wir werden hier fürstlich bedient", lobt er.

Torsten Rykeit, ehrenamtlicher Caritas-Mitarbeiter in der Spiel- und Lernstube, hat diesmal die Kochschürze angezogen. "Einfach helfen, wo Not am Mann ist", so seine Devise. Der Haßlocher unterstützt die  Spiel-und Lernstube des Caritas-Zentrums Neustadt und hilft den Kindern dort bei den Hausaufgaben oder spielt mit ihnen. Ronja Krämer arbeitet hauptberuflich als Caritas-Schuldnerberaterin in Bad Dürkheim. Für sie ist der Küchendienst "eine neue Erfahrung, ein neuer Blickwinkel, eine andere Art zu helfen."

Auch Lichtblick-Chef Rothe freut sich: "Solch eine Aktion ist auch eine wichtige Botschaft:  "Der Lichtblick bleibt auch unter Corona stabil." Er weiß, der Winter würde hart für die Menschen, wenn sie keinen warmen Platz und keine Anlaufstelle hätten. Er ist noch in der Einarbeitungsphase als Lichtblick-Leiter. Und freut sich, durch die Aktion den Caritas-Leiter Johannes Keuck kennengelernt zu haben. Die Chemie zwischen beiden stimmt auf Anhieb. Man merkt, beide Männer haben die gleichen Ziele:  Den Menschen in "schwierigem Gewässer" zu  helfen, wenn sie Hilfe benötigen.

Text: Heike Klein für den Caritasverband für die Diözese Speyer
Fotos: Marion Linzmeier-Mehn



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