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Stand: 05.10.2015

Pressemitteilung

Höhlenkunst der Urvölker bewahren

Johannes Keuch vor den ausgestellten Höhlenmalereien im KonferenzraumJohannes Keuch vor den ausgestellten Höhlenmalereien im KonferenzraumAndrea Zimmermann

Seine Räume für gesellschaftlich relevante Themen zu nutzen, ist das Anliegen des Caritas-Zentrums in der Neustadter Schwesternstraße 16. Bis Oktober ist eine Ausstellung der Landauer Künstlerin Ute Schwartz zu sehen, die urzeitliche Symbole und Schriftzeichen auf großformatigen Bildern in Ölfarbe interpretiert. „Frau Schwartz möchte mit Ihren Bildern das künstlerische Erbe unserer Vorfahren bewahren. Es ist das Interesse am Menschen, das uns verbindet. Auch bei uns steht der Mensch mit seinen Ressourcen im Mittelpunkt“, erläutert Johannes Keuck, Leiter des Caritas-Zentrums.

Die etwa 20 Monotypien (Form der Drucktechnik), ausgestellt in den Fluren und im großen Konferenzsaal, basieren auf aquarelliertem Untergrund mit Japanpapier in Pastellfarben aus hellem Braun und Orange, zartem Rosa oder Gelbtönen. Die Darstellungen selbst in Ölfarbe bilden einen interessanten Kontrast und unterstreichen die Bildaussage. Schwartz arbeitet auch mit Wachskonturen, fügt die Bildelemente letztlich in Collage-Technik zusammen. "Meine Intention ist es, etwas zu bewahren und unser kulturelles Erbe zu würdigen", so die Künstlerin. Ihr Herz schlägt für die Archäologie, und so hat sie jahrelang Abbildungen von Höhenmalereien oder anderen Felszeichnungen, die dem Verfall oder der Zerstörung ausgesetzt sind, gesammelt. "Die Menschen der Bronzezeit haben gekonnt und stilisierend gearbeitet, das fasziniert mich", erklärt sie.

Figurale Miniaturen aus dem kretisch-minoischen Kulturkreis und keltische Motive greift Ute Schwartz ebenso auf wie bildnerische Zeugnisse aus dem persischen Raum oder aus Afrika.Gekonnt und mit sparsamen Mitteln gibt sie die Inhalte der Vorlagen wieder, allerdings in eigener Kunstsprache mit Raum für Deutung seitens des Betrachters. Pferdegespanne (Quadrigen), sowie sie früher griechische Vasen schmückten, Beerdigungsrituale, Wasservögel, Stiere, Antilopen und Schwäne laden den Betrachter zum Innehalten ein. "Über 3000 Jahre alte Bilddarstellungen lassen sich harmonisch mit zeitgenössischer Kunst kombinieren", lautet ihre Motivation. Dabei sei sie global orientiert, alle Kulturen rund um den Globus stünden gleichberechtigt nebeneinander. Alles sei schätzenswert, darunter wähle sie aus, was ihr am besten umsetzbar erscheine.Beeindruckend findet die landauer Malerin die große Naturverbundenheit und den Respekt der Vorfahren vor der Schöpfung, auf die man sich auch heute besinnen sollte.

Den "Höhlenbildern" von Ute Schwartz ging die Standpunkte-Ausstellung des Zonta-Clubs Neustadt, voraus. "Wir haben in unserem Gebäude entsprechende Bilderleisten angebracht, so dass wir künftig regelmäßig Wanderausstellungen präsentieren können", betont der Neustadter Caritas-Leiter Johannes Keuck. Publikumsverkehr sei willkommen und der Konferenzraum werde ohnehin noch von anderen Gruppierungen genutzt. Den Kontakt zur Künstlerin stellte man über den Kunstverein Neustadt her, bei dem Schwartz Mitglied ist.

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